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Microsoft kauft Verbraucherportal Ciao

Microsoft kauft das unabhängige Verbraucherportal Ciao mitsamt dem Mutterkonzern um 486 Millionen US-Dollar. Der Konzern aus Redmond will damit seine Position im Bereich der Produktsuche stärken.


Im Frühjahr dieses Jahres hat Microsoft bekanntlicherweise 45 Milliarden Dollar geboten, um das Internetunternehmen Yahoo zu kaufen. Nach langem Hin und Her ist der Übernahmeversuch gescheitert. Seitdem ist klar, dass Microsoft zu Milliardeninvestitionen bereit ist, um im Internet-Business endlich mit Branchenprimus Google mithalten zu können. Das Geld wird jetzt natürlich zur Übernahme anderer Firmen genutzt, erst Juni war Powerset an der Reihe.

Der Bereich Produktsuche dürfte bei Microsoft eine wichtige strategische Rolle spielen. Bereits im Oktober 2007 wurde das innovative Shopping-Portal Jellyfish akquiriert, welches auf den amerikanischen Markt ausgerichtet ist. Jetzt wurde das bekannte Verbraucherportal Ciao mitsamt Mutterkonzern Greenfield Online um den stolzen Preis von 486 Millionen US-Dollar gekauft.

Ciao ist in sieben europäischen Ländern aktiv, und gehört zu den führenden unabhängigen Verbraucherportalen in Europa. Laut Unternehmensangaben hat alleine der deutsche Ableger rund 4,4 Millionen Nutzer pro Monat. Der gesamte Umsatz belief sich im Jahr 2007 auf 67 Millionen US-Dollar. Geld verdient Ciao mit Verkaufsprovisionen von gelisteten Verkäufern sowie bezahlten Werbeanzeigen.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1999 in München gegründet, und ging im Jahr 2000 online. Noch in diesem Jahr folgte die Fusion mit dem Konkurrenten Amiro. Die Finanzierung von Ciao stellten Risikokapitalgeber sicher, darunter Burda Digital. Im Jahr 2005 wurde die Firma dann an das amerikanische Marktforschungsunternehen Greenfield Online verkauft, welches nun im Besitz von Microsoft ist. Microsoft stach damit laut Golem die Beteiligungsgesellschaft Quadrangle aus, welche 426 Millionen US-Dollar geboten hatte. Der Konzern aus Redmond kündigte jedoch bereits an, den Mutterkonzern noch dieses Jahr weiterzuverkaufen und nur Ciao behalten zu wollen.

Wie Sistrix richtigerweise anmerkt, ist der Kauf von Ciao für Microsoft auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Das Portal ist zu einem hohen Maß von Google abhängig, da der überwiegende Teil der Besucher über deren Suchmaschine kommt. Bereits eine geringfügige Verschlechterung der Positionen bei Google könnte zu einem merkbaren Umsatzrückgang führen.

Veröffentlicht am 30.08.2008.

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