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  • Vergabe von Ein-Buchstaben-Domains

    Wie Heise und zahlreiche andere Quellen berichten, laufen derzeit bei der ICANN intensive Diskussionen über eine mögliche Vergabe von .com, .net und .org Domains mit nur einem Buchstaben oder einer Ziffer. Damit wären Domains wie etwa g.com in naher Zukunft möglich.

    Ursprünglich hatte die IANA (Internet Assigned Numbers Authority) auf den Vorschlag von John Postel hin diese Domains reserviert. Falls die Zonendatei der Nameserver eines Tages zu groß werden sollte, hätte diese in mehrere Teile (Chunks) aufgeteilt werden sollen. Eine Domain hätte dann die Form www.example.e.net gehabt. Heute weiß man, dass dieser Punkt dank des technischen Fortschrittes nie erreicht werden wird.

    Mögliche Punkte, woran das Vorhaben scheitern könnte wäre Uneinigkeit über die strittigen Punkte (siehe unten). Als Einwände gegen das Vorhaben gelten auch noch die Verwechslungsgefahr und potentielle Angriffsflächen für Phishing-Versuche.

    Vergabe-Verfahren

    Der Wert einer derartigen Domain ist natürlich enorm. In Auktionen würden mit Sicherheit Preise jeneits der 1-Millionen-Grenze geboten werden. Deswegen ist die große Frage, wie das Vergabe-Verfahren ablaufen sollte und wem das verdiente Geld dann zu Gute kommen soll. Bis Mitte November werden hierzu von der ICANN Vorschläge entgegen genommen. Bisher sind vor allem drei Modelle im Gespräch:

    • Die Domains werden wie auch andere Domains vergeben: Wer sich zuerst meldet, bekommt sie zuerst. Wesentlicher Vorteil: Keine Bevorzugung großer Firmen. Nachteile: Glück entscheidet, Domains werden nachher von Domaingrabbern sowieso privat an den Meistbietenden weiterverkauft.
    • Die Domains werden der Reihenfolge in einer Auktion angeboten. Also erst a.com, dann b.com und so weiter. Wesentlicher Nachteil wäre, dass nur finanziell potente Bieter mithalten können.
    • Dritte Alternative: In einer Aktion wird entschieden, wer sich als erster eine Domain aussuchen darf. Wenn etwa Google der Bestbieter ist, würden sie sich g.com sichern - g.com verschwindet dann aus dem Pool und alle weiteren dürfen aus den restlichen Domains aussuchen. So lange, bis nichts mehr übrig ist. Mit diesem Verfahren würden sicher wahrscheinlich die höchsten Preise erzielen lassen und die Domains an Firmen mit großer Kriegskasse gehen ...

    Was mit den Geldern passieren würde, ist auch noch auf der Liste der offenen Fragen. Hier wird vor allem gefordert, dass das Geld in den Ausbau der Internet-Infrastruktur in Entwicklungsländern investiert werden soll.

    Bisherige Ausnahmen

    Bei den .de-Domains sind mindestens drei Zeichen erforderlich - drei Ausnahmen (ix.de, db.de, hq.de) gibt es trotzdem. Und so ist es vielleicht nicht ganz verwunderlich, dass es auch schon Ein-Buchstaben-Domains bei .net/com/org gibt:

    Domain Inhaber Anmerkung
    i.net Inet Corp. wird momentan nicht aufgelöst
    q.com Qwest Communications
    q.net Q Networks
    x.com Paypal früher: X-Bank
    x.org X.Org foundation
    z.com Nissan (Z Car)

    Womit noch 72 Ein-Buchstaben-Domains zu vergeben wären, nebst Ziffern-Domains. Falls sich die zuständigen Gremien tatsächlich zur Vergabe durchringen, wird es auf jeden Fall ein spannendes Rennen, in dem viel Geld fließen wird ...

    Artikel veröffentlicht am 01. November 2007 |


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