eBay erstellt Preisindex
Die Online-Aktionsplattform eBay stellt eine weitere Neuerung vor: Bei eBay Österreich gibt es ab sofort einen Preisindex, der die durchschnittlichen Verkaufspreise abbilden soll. Im Abstand von drei Monaten sollen preisliche Veränderungen veröffentlicht werden.
Seitdem John Donahoe zum neuen CEO von eBay ernannt wurde, weht bei der Online-Aktionsplattform ein frischer Wind. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Änderungen angekündigt und durchgeführt.
Für viele diese Änderungen erntete eBay heftige Kritik von Benutzern und Medien. So wurde etwa der Marktplatz eBay Express eingestellt, die Gebührenstruktur verändert und in manchen Ländern PayPal als Zahlungsmethode zwingend vorgeschrieben. Und zu guter Letzt mussten sich zahlreiche Website-Betreiber über die neue Vergütungsstruktur beim Partnerprogramm eBay Relevance Ads
ärgern.
Anfang dieser Woche stellte eBay Österreich in einer Pressemitteilung jedoch eine Neuerung vor, welche ich äußerst interessant finde: eBay erstellt einen eigenen Preisindex, der die Durchschnittspreise für bestimmte Produkte bei eBay abbilden soll. Der Index soll im Abstand von 3 Monaten aktualisiert werden, und so (ähnlich wie der Verbraucherpreisindex) über die Preisentwicklung Auskunft geben.
Für das erste Quartal 2008 wurden 950000 verkaufte Artikel aus Österreich analysiert, welche in 38 Produktgruppen bzw. 10 Kategorien eingeteilt wurden. So kostete ein iPod Nano durchschnittlich 98 Euro, eine Barbie-Puppe 20 Euro oder ein Rasenmäher 145 Euro. Die gesamte Tabelle gibt es bei eBay nachzulesen.
Offiziell geht es eBay darum, Preistransparenz für Kunden zu schaffen und einen Trendbarometer für den Online-Handel
darzustellen. In Zeiten steigender Preise und (für westeuropäische Länder) relativ hoher Inflationsraten ist dieser Preisindex allerdings wie geschaffen, um mit den günstigen Preisen im Online-Handel
Werbung in eigener Sache zu betreiben.
Auch wenn ich die Idee gut finde, ist die Umsetzung ist meiner Meinung nach mangelhaft. Die veröffentlichte Produktauswahl scheint mir nicht repräsentativ, eher ist sie bewusst so ausgewählt, dass sich eBay das Etikett deutlich billiger als im normalen Handel
umhängen kann. Von der Schaffung von Transparenz kann also nicht wirklich die Rede sein. Die österreichischen Online-Medien haben jedenfalls schon brav ihre unkritischen Meldungen veröffentlicht (morgen sind dann die Printmedien an der Reihe), die Pressemeldung hat also ihren Zweck erfüllt. Ob der eBay Preisindex eine österreichische Spezialität bleiben wird, oder ob auch Deutschland und andere Länder nachziehen werden, weiß ich leider nicht.
Artikel veröffentlicht am 13. Mai 2008 | Tweet
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Erfolgs-Blogger 14. Mai 2008 [#] |
Guten Morgen, vergessen wir doch bitte nicht, dass eBay weder eine Stiftung Warentest (über deren Kommerzialität sich trefflich bloggen ließe) noch eine öffentlich-rechtliche Verbraucherschutzanstalt ist, sondern vielmehr von regem Handel lebt - und zuletzt rückläufige Nutzerzahlen hatte. Herzlichst Guido |
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Thomas 14. Mai 2008 [#] |
Natürlich ist eBay keine Stiftung Warentest - daher sind meine Worte auch nicht als Vorwurf zu werten. Allerdings finde ich es schon etwas schade, dass eBay da nicht mehr Wert auf Repräsentativität gelegt hat, weil der Preisindex dann tatsächlich von Interesse gewesen wäre. Wirklich stören tut mich nur die unkritische Berichterstattung der Medien, welche derartige Aspekte unerwähnt lassen. |