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  • Amazon Payments: Konkurrenz für PayPal

    Amazon befindet sich weiterhin auf Expansionskurs. Unter dem Namen Amazon Payments tritt Amazon ab sofort als Anbieter eines Online-Bezahlsystems auf. Der neue Dienst hat gute Chancen, sich neben Marktführer PayPal und Google Checkout zu etablieren.

    Ganz ohne Pressemitteilung hat Amazon einen weiteren Dienst eröffnet. Unter dem Namen Amazon Payments bietet Amazon ab sofort ein umfassendes Online-Bezahlsystem an. Dieser Dienst ist vorerst nur in den USA verfügbar und tritt als direkter Konkurrent zu PayPal und Google Checkout auf.

    Die beiden Services Checkout by Amazon und Amazon Simple Pay (Unterschiede) ermöglichen es Online-Shops, ein einfaches Bezahlsystem anzubieten. Die gesamte Zahlung wird dabei über Amazon abgewickelt. Der Kunde muss dazu lediglich einen Amazon-Account besitzen. Es werden keine Konto-Informationen an den Verkäufer übermittelt, und der Kunde profitiert von der Amazon A-bis-Z Garantie. Bezahlt wird entweder übers Bankkonto, Kreditkarte oder Wertkarten bzw. Gutscheinen.

    Die Lösung ist für Verkäufer einfach zu integrieren und bietet auch für ihn Vorteile: Amazon gilt unter Konsumenten als besonders vertrauenswürdig und hat sich einen guten Ruf bei der Abwicklung von Zahlungen erarbeitet. Da Amazon bereits 81 Millionen registrierte Kunden zählt, ist diese Zahlungsoption besonders attraktiv. Die Gebühren tragen die Verkäufer, deren Gebührenstruktur ist ähnlich wie bei der Konkurrenz.

    Amazon setzt damit seine kluge Expansionsstrategie fort. Vom Online-Händler ist Amazon schon längst zum Logistik-Anbieter geworden. Online-Bezahlsysteme sind ein attraktiver Markt, der wächst und lukrativ ist. Auch der Zeitpunkt des Einstiegs scheint gut gewählt. PayPals Ruf hat in letzter Zeit stark gelitten (hohe Gebühren, Beschwerden über willkürliche Entscheidungen) und Google Checkout konnte sich nie richtig durchsetzen. Amazon könnte dies dank des guten Rufs und des bestehenden Kundenstamms wesentlich besser und schneller gelingen.

    Gegenüber PayPal hat Amazon Payments aber einen erheblichen Wettbewerbsnachteil: eBay lässt derzeit nur den PayPal als Bezahldienst zu (eBay ist der Eigentümer von PayPal) und hat bereits Google Checkout von der Auktions-Plattform verbannt. Das ist allerdings zahlreichen Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge, und könnte sich in manchen Ländern bald ändern.

    Eine sehr umfassende Analyse der Marktchancen von Amazon Payments gibt es bei eBay Strategies und in der New York Times zu lesen. Berichte in deutschen Medien gibt es unter anderem bei Golem, Exciting Commerce sowie im Kreativ-Projekt-Blog.

    Artikel veröffentlicht am 30. Juli 2008 |


    charly
    04. August 2008 [#]
    Hört sich vielversprechend an, vor allem jetzt wo das Shoppen im Dollar-Ausland gleich 1,55 mal soviel Spaß macht. Schade nur, dass trotz der tollen Logistik die Versandkosten immernoch ganz schön reinhauen.
    Bolt
    24. Oktober 2008 [#]
    Ob das neue Online-Bezahlsystem, Amazon Payments, tatsächlich eine Konkurenz zu Pay Pal darstellt, wage ich stark zu bezweifeln. So wird das angerechnete Guthaben auf dem Amazon Payments-Konto beispielsweise nur in Abständen von 10 bis 14 Tage auf das eigene Konto überwiesen, was zusätzlich nocheinmal 5 Tage Zeit in Anspruch nimmt. So wartet der Verkäufer bis zu geschlagenen 19 Tagen auf sein Geld. In dieser Zeit kann Amazon jedoch frei über dieses Verfügen und sich die dabei anfallenden Zinsen in die eigene Tasche stecken, welche bei der Vielzahl von angemeldeten Verkäufern über das Amazon-Paymant Portal sicher nicht unerheblich sind. Zudem sind die anfallenden Gebühren bei Verkauf eines Artikels unangemessen hoch. Für das sonst so hochgelobte Shopping-Portal Amazon eine traurige Bilanz.

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