Holtbrincks neuester Einfall zur Monetarisierung der VZ-Netzwerke trägt den Namen Edelprofile
. Kostenpflichte Profile sollen Unternehmen neue Möglichkeiten zur Kommunikation mit (potentiellen) Kunden geben. Spiegel Online ist das erste Unternehmen mit einem derartigen Edelprofil.
Bekanntlich hat die Verlagsgruppe Holtzbrinck nach wie vor Probleme mit der Monetarisierung ihrer sozialen Netzwerke StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ. Während die Internetaktivitäten des Konzerns in Summe profitabel sind, schreiben die VZ-Netzwerke weiterhin rote Zahlen. Die umgesetzten Vermarktungsideen abseits von Werbeschaltungen waren bisher recht mager: Ein Pin-Up Kalender und kostenpflichtige Edelgruppen für Unternehmen.
Nach den Edelgruppen kündigte StudiVZ vor wenigen Tagen die Einführung von Edelprofilen an. Ein Edelprofil ist ein kostenpflichtiges Profil für Unternehmen mit einigen erweiterten Möglichkeiten. Diese können flexibler gestaltet werden als gewöhnliche Profile. Netzwerk-Mitglieder werden keine Freunde, sondern klicken auf einen Button Finde ich gut
. Die Unternehmen können dann mit ihren Fans kommunizieren und ihnen Werbenachrichten schicken. Damit die Mitglieder auch etwas davon haben, werden die Edelprofil-Inhaber vermutlich spezielle Aktionen wie Gewinnspiele für ihre Fans veranstalten.
Eine Innovation stellen die Edelprofile aber keineswegs dar. Diese Funktionalität gibt es bei Facebook bereits seit dem Jahr 2007 in vergleichbarer Form — Netzwertig titelte bereits Frisch kopiert
. Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerding schon: Bei Facebook ist das gratis, bei den VZ-Netzwerke sind sie kostenpflichtig. Der ursprünglich kolportierte Preis von 3000 Euro monatlich dürfte laut mehrblog.net aber falsch sein: Der Preis wird individuell berechnet, abhängig vom Aufwand und der Werbung für das Profil.
Der erste Interessent für ein Edelprofil wurde bereits gefunden: Siegel Online hat sich bereits zwei Edelprofile (#1, #2) anlegen lassen. Bisher gibt es nur eine Einbindung der Nachrichtenübersicht. Mehrwert für die Anhänger ist noch keiner erkennbar — wer Spiegel Online lesen will, kann dessen Portal auch direkt aufrufen. Bleibt also abzuwarten, welche Aktionen der Spiegel sich für die Zukunft ausdenkt. Für den Spiegel hat es als First Mover jedenfalls etwas Aufmerksamkeit gebracht ...
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