Deutschlands bekanntester Blogger, Robert Basic, veröffentlicht die Ergebnisse der mittlerweile dritten Umfrage zu den Einnahmen deutschsprachiger Blogs. Hier sind einige interessante Daten zu finden - beispielsweise sind Fachblogs für den Betreiber deutlich lukrativer als Mischblogs.
Für die Mehrzahl der Blogger stellt das Bloggen nur ein Hobby dar - oder drastischer ausgedrückt die sprichwörtliche brotlose Kunst. Sie sind bereits zufrieden, wenn die laufenden Kosten (Webhosting, Domain) durch eventuelle Einnahmen aus der platzierten Online-Werbung gedeckt sind.
Dennoch ist Geld-Verdienen unter Blogger durchaus ein viel beachtetes Thema. Die Einnahmen eines Blogs stehen nur in seltenen Fällen in einem angemessenen Verhältnis zum Aufwand. Ich schätze, dass gerade deshalb großes Interesse daran vorhanden ist, wie ein Blog möglichst effektiv vermarktet werden kann. Mittlerweile gibt es auch schon im deutschsprachigen Raum einige Beispiele, wie Blogger zu einem respektablen Nebenverdienst kommen (ganz vereinzelt reichen die Blog-Einnahmen sogar für den Lebensunterhalt).
Umfassende Daten zu Blog-Einnahmen im deutschsprachigen Raum gibt es allerdings nicht, weil eine repräsentative Erhebung praktisch unmöglich ist. Deutschlands bekanntester Blogger, Robert Basic, führt allerdings halbjährlich eine Umfrage zum Thema Blog-Einnahmen durch. Nun hat Robert die Ergebnisse der mittlerweile dritten Umfrage ausgewertet, aufbereitet und veröffentlicht.
Insgesamt wurden die Einnahmen vom Januar 2008 von 136 Blogs ausgewertet. Weblogs ohne Einnahmen wurden dabei nicht beachtet. Die Ergebnisse im Detail gibt es bei Basicthinking. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst:
Ich habe noch ein paar zusätzliche Auswertungen aus dem Datenmaterial von Robert gemacht. Wie bereits erwähnt gibt es einen Zusammenhang zwischen Page Impressions und Einnahmen. Die Korrelation beträgt bei den 136 Blogs genau +0,448 (48,8%). Die Korrelation zwischen Einnahmen und Besucher beträgt hingegen +0,644 (64,4%). Mehr Unqiue Besucher sind also wertvoller als mehr Seitenaufrufe pro Besucher.
Interessanterweise besteht ein nicht signifikanter, leicht negativer Zusammenhang zwischen Besucherzahlen und den Einnahmen aus bezahlten Blogposts (-2,5%). Entweder haben größere Blogs einfach kein Paid Blogging nötig, oder Paid Blogging führt zu einem Besucherrückgang, oder dieser Zusammenhang ergab sich nur zufällig. Für Blogger, die auf Paid Blogging setzen, stellt dies zugleich die Haupteinnahmequelle dar.
Wie bereits angedeutet, sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Die Auswahl der Blogs ist nicht repräsentativ (klassisches Problem der Selbstselektion
), sämtliche Angaben sind Eigenangaben der Umfragenteilnehmer. Und dennoch, trotz aller Mängel ist dies die bisher umfassendste Datenerhebung zum Thema.
Weiters ist kritisch anzumerken, dass hierbei klarerweise nur eindeutig zurechenbare Einnahmen ausgewertet wurden. Doch gerade Fachblogs verdienen nicht nur Geld mit Online-Werbung. So können gute Blogs Türöffner für Jobs sein, oder für zusätzliche Aufträge. Auch Kontakte zu den Besuchern, unter denen oft andere Experten sind, können von hohen Wert sein, ohne dass dieser erfasst wird.
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