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Über SEO-Wissen und Halbwissen

Aus welchen Quellen wird SEO-Wissen generiert und wie zuverlässig sind diese Erkenntnisse? Eine kritische Auseinandersetzung.


Gerade im Bereich der Suchmaschinenoptimierung gibt es mangels reglementierter Ausbildung sehr viele Suchmaschinenoptimierer, die sich ihr Wissen selbstständig aus mehr oder weniger guten Quellen angeeignet haben. Diese sehen sich oftmals dem Vorwurf des Halbwissens gegenüber. Erst vor kurzem schrieb etwa auch ABAKUS-Gründer Alan Webb über gefährliches Halbwissen beim Linkaufbau.

Zweifelsohne betreiben einige Suchmaschinenoptimierer ihr Geschäft wesentlich professioneller als eine breite Masse an Hobby-SEOs. Im Folgenden geht es jedoch um die Frage, ob es im SEO-Bereich überhaupt etwas anderes als Halbwissen geben kann? Gibt es hier so etwas wie gesichertes Wissen? Um diese Frage zu beantworten, muss man zuerst die möglichen Entstehungsquellen des SEO-Wissens identifizieren und anschließend bewerten.

Das Lesen von Tutorials, Blogs oder Foren kann zwar Wissen vermitteln, ist aber keine Entstehungsquelle für Wissen und wurde aus diesem Grund nicht angeführt. Zusätzlich zu Problemen mit der Entstehungsquelle kommt das Problem hinzu, dass diese Sekundärquellen oftmals zwischen Fakten und Mutmaßungen nicht unterscheiden oder grundsätzlich Falsches wiedergeben — wodurch dann die klassischen SEO-Mythen entstehen.

Allen Quellen gemein ist zudem, dass das generierte Wissen unter Umständen auch schon wieder veraltet sein kann. So war beispielsweise Pagerank Sculping für einige Zeit state of the art, bis Matt Cutts plötzlich eine Änderung bezüglich des Umgangs mit nofollow-Links mitteilte und somit ein Umdenken erforderlich wurde.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es abgesehen von den absoluten Grundlagen praktisch kein gesichertes SEO-Wissen gibt. Mögliche Erkenntnisse stehen stets unter gewissen Vorbehalten und sind daher immer kritisch zu hinterfragen. Vermeintliches SEO-Wissen ist in Wirklichkeit nur Halbwissen. Und gerade gute SEOs zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich eben dessen bewusst sein und entsprechend handeln.

Veröffentlicht am 16.03.2010.

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Kommentare

Mißfeldt schrieb am 16.03.2010, 13:42 ( #1 )
Hi,
Guter Artikel. Vielen Dank für die Erwähnung. Ich muss allerdings anmerken, dass das Mohakenox-Experiment nicht von mir, sondern von Dennis Tippe (SeoHandbuch) durchgeführt wurde. Ich habe sein Fazit nur kommentiert bzw. ein eigenes Fazit gezogen.
Danke und Gruß, Martin
Thomas (Admin) schrieb am 16.03.2010, 14:03 ( #2 )
Danke für den Hinweis, ich habe es gleich ausgebessert ...
Markus Bauer schrieb am 16.03.2010, 15:20 ( #3 )
Gefällt mir sehr gut. Die Aussage "Gerade gute SEOs zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich Ihres Halbwissens bewusst sind und entsprechend handeln" könnte man evtl. noch ergänzen bzw. konkretisieren um "und das auch so nach außen kommunizieren" - denn dann würde die SEO-Branche in der allgemeinen Wahrnehmung sicher an Seriosität gewinnen.
Thomas (Admin) schrieb am 18.05.2010, 22:31 ( #4 )
Wenn man für Kunden arbeitet, wäre so etwas in der Art natürlich sinnvoll — wobei das dann in allgemeineren Formulierungen ("keine Erfolgssicherheit") schon eingebettet sein sollte. Wenn man auch explizit auf Halbwissen eingehen will, sollte man das dann doch lieber ein bisschen positiver formulieren (à la nichts ist sicher, aber wir versuchen über Experimente und Analysen das so weit wie möglich empirisch zu überprüfen) ...

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Thomas Graf hat meiner Meinung nach einen interessanten Beitrag zu diesem Thema verfasst und dabei gleich einen weiteren guten Artikel von Alan Webb verlinkt.

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