Latent semantische Optimierung
Suchmaschinen sind dazu übergegangen, indexierte Seiten auf semantische Zusammenhänge zu untersuchen. Bei der Suchmaschinenoptimierung gewinnt daher die Latent semantische Optimierung
(LSO) zunehmend an Bedeutung. Eine anschauliche Einführung ...
Suchmaschinenoptimierung ist die Summe aller Maßnahmen zur Erreichung besserer Positionen bei Suchmaschinen. Hierfür gibt es eine Vielzahl an Techniken, welche mehr oder weniger zielführend sind. Die Palette reicht von der Fokussierung auf Usability (Benutzerfreundlichkeit und Suchmaschinenoptimierung gehen meist Hand in Hand) bis zur Suchmaschinen-Manipulation (als Black-Hat-Techniken).
Eine früher sehr beliebte Methode war das Keyword-Stuffing. Hierbei wird ein bestimmtes Wort unnatürlich oft im Text verwendet, sodass die Seite bei einer Suche nach diesem Wort von den Suchmaschinen weit vorne platziert wird. Heutzutage funktioniert das Dank zahlreicher Heuristiken zur Erkennung von Suchmaschinen-Manipulation nur noch in begrenztem Maße.
Unter den professionellen Suchmaschinenoptimierern findet daher die Latent semantische Optimierung
(Latent Semantic Optimization, LSO) immer stärkere Verbreitung und gewinnt zunehmend an Bedeutung. LSO baut darauf auf, dass Suchmaschinen mutmaßlich eine Latent semantische Indexierung
(LSI) vornehmen, also bei der Indexierung des Webs auch sprachliche Zusammenhänge untersuchen.
Latent semantische Analyse
Bei der Latent semantische Analyse (Latent Semantic Analysis) wird in Texten nach sprachlichen Mustern (etwa Beziehungen zwischen Wörtern) gesucht. Dies lässt sich am besten an einem Beispiel illustrieren:
Gehen wir aus von einer Suche nach dem Regisseur Steven Spielberg. Im Internet lassen sich mehrere Millionen Dokumente finden, in denen sein Name erwähnt wird. Das beste Suchergebnis zu dieser Suchanfrage ist natürlich nicht notwendigerweise jenes, in dem am häufigsten der Name Steven Spielberg
geschrieben steht.
Daher wird das sprachliche Umfeld näher betrachtet. So wird in diesem Zusammenhang wohl oft das Wort Regisseur
, Produzent
, Film
oder Kino
fallen. Auch bekannte Filmtitel wie Indiana Jones
, Schindlers Liste
oder James Ryan
werden gehäuft vorkommen. Ebenso lassen sich wohl auch sein Geburtsort Cincinnati
oder das Filmstudio DreamWorks
finden. So lässt sich relativ einfach eine Liste mit Begriffen aus dem Umfeld (semantischer Raum) erstellen.
Klicke auf die Abbilding, um die große Version zu sehen.
Im Detail läuft das Verfahren natürlich viel komplexer ab - so wird z.B. auch die Distanz zwischen den Wörtern gemessen, es wird mit Vektorräumen gearbeitet. Wer sich dafür im Detail interessiert, dem sei die 200 Seiten starke Doktorarbeit Nachbarschaften im semantischen Raum von Armin Wegner (PDF-Download) ans Herz gelegt.
Obwohl das Verfahren im Detail äußerst komplex ist, sollte das Prinzip einleuchtend sein: Bei der Suche wird nicht nur das Vorkommen des eigentlichen Suchwortes positiv gewertet, sondern auch das Vorkommen von Begriffen aus dem nahen sprachlichen Umfeld. Das Verfahren ist zwar sehr rechenaufwändig, löst aber auch Probleme mit Synonymen.
Latent semantische Optimierung
Wer das Konzept der latent semantischen Analyse verstanden hat, dem sollte latent semantische Suchmaschinenoptimierung nicht schwer fallen. Grundsätzlich geht es darum, nicht immer das gleiche Schlüsselwort (Keyword
), sondern auch Wörter aus dem Umfeld zu verwenden. Dies ist allerdings nicht nur auf Synonyme beschränkt, wie das Beispiel oben anschaulich zeigen sollte. Wer ausführliche Texte mit Hintergrundinformationen verfasst, die für Besucher und nicht nur für Suchmaschinen geschrieben wurden, optimiert seine Texte oft schon unbewusst.
Ein Beispiel wäre etwa eine Filmkritik. Anstatt zum neusten Film von Spielberg nur eine Inhaltsangabe und Kritik zu schreiben, könnte etwa eine Minibiographie des Regisseurs oder der Schauspieler angefügt werden, in der Werdegang und Filmographie angeführt sind. Oder es wird auf ähnliche Filme aus dem Genre verwiesen, welche in diesem Zusammenhang oft genannt werden. Alternative Titel bzw. Übersetzungen bereichern den Text ebenso. Mit Hinweisen auf Trailer
, Kinostart
oder Poster
lassen zusätzliche Begriffe aus dem sprachlichen Umfeld anbringen. Verweise auf ähnliche Artikel und Tagclouds sollten sowieso Standart sein. Die Möglichkeiten sind von Thema zu Thema unterschiedlich, das Prinzip bleibt jedoch stets gleich.
Zur Recherche benötigt man nicht unbedingt Zugang zu kostenpflichten Datenbanken wie etwa LSOTool. Synonyme findet man in jedem Synonym-Lexikon, assoziierte Begriffe etwa mit dem MetaGer-Web-Assoziator, Google Sets, Semager oder Wiki-Mindmap (gefunden über Florian Stelzner, der vor wenigen Tagen ebenfalls zu diesem Thema schrieb). Ausgesprochen empfehlenswert ist auch die Datenbank Wortschatz von der Universität Leipzig.
Wie bei jeder Optimierung sollte man aber niemals das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren: dem Besucher nützliche Inhalte zu bieten. Nur diese werden langfristig bei Google gute Suchmaschinen-Positionen halten können. Nur diese werden mit freiwilligen Links belohnt. Und schließlich sollten die Inhakte auch von den Quality Ratern positiv bewertet werden ...
Im Übrigen gehe ich auch davon aus, dass Suchmaschinen wie Google durch LSI auch Links von thematisch verwandten Seiten erkennen. So mancher Suchmaschinenoptimierer behauptete noch vor kurzer Zeit, eine derartige Auswertung würde nicht stattfinden. Selbst wenn das stimmen sollte, was ich für unwahrscheinlich halte, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis thematische Ähnlichkeit bei Verlinkung tatsächlich ausgewertet wird.
Artikel veröffentlicht von Thomas Graf am 13. Mai 2008 | Tweet
| Trackback zu diesem Artikel | Datum | |
| SEO Marketing Blog: LSO | 01.01.1970 |
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Paul 13. Mai 2008 [#] |
Sehr interessante Artikel, welcher gut und deutlich beschrieben wurde, weiter so.... |
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Robert 23. Juni 2009 [#] |
Meiner Meinung nach wird LSO derzeit noch überbewertet. Das es ein Trend ist, steht außer Frage, allerdings bringt es nichts, jetzt gleich in Panik zu verfallen, da auch Google offensichtlich mehr auf die Keyworddichte achtet, als auf LSO. Einen kleinen Test, der mich zu dieser Überzeugung bringt, findet man hier. |
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Bernhard 10. November 2009 [#] |
könntest du den link nochmal schicken? der jetzige funktioniert iwie nicht. |
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LSO-Blog.de 27. Februar 2010 [#] |
LSO wird als Rankingkriterium oft in einigen Kreisen zu hoch gelobt. Das gebe ich vollkommen recht. Ausklammern sollte man es dennoch nicht. Was sich allerdings als sehr wichtig erwiesen hat, ist die Rechweite welche LSO positiv beeinflußt. Man spricht mit einer mithilfe von LSO optimierten Seite eine viel breitere Masse der gleichen Zielgruppe an. Kurz zusammengefasst und für alle die sich mit dem Thema weniger beschäftigen ist LSO eine umfangreiche Keywordrecherche mit dem darauffolgenden Einsatz dieser vielen passenden Keys auf der Website. Dadurch lässt sich einiges an traffic generieren - Somit ist LSO für jeden SEO ein Thema! |
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HELL Sepp 28. Juni 2011 [#] |
Wie könnte man dieses "LSO" angemessen und anschaulich übersetzen? |
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Thomas 02. Juli 2011 [#] |
LSO kann man sicher nicht so übersetzen, dass es ohne weitere Erklärung für jemanden aufgrund des Begriffs alleine verständlich und anschaulich ist. Man könnte am ehesten noch von einer Textumfeld-Analyse sprechen ... |
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maria georgieva 02. Oktober 2011 [#] |
Ich bin gerade dabei mich in die materie einzuarbeiten, LSO ist ein wirklich spannendes thema mit dem mann/frau sich unbedingt befassen sollte.gruß maria |