In regelmäßigen Abständen entdecken die Suchmaschinen-Giganten Google, Yahoo und Microsoft neue Geschäftsfelder. Nach sozialen Netzwerken, Weltkarten und Videos ist jetzt das Thema Gesundheit ein wesentlicher Entwicklungsschwerpunkt. Das zeigt sich bei Microsofts HealthVault und Google Health, welches laut Googles Vizepräsidentin Marissa Mayer in der englischen Version Anfang 2008 starten soll.
Das Internet ist für viele Menschen bereits die erste Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen - oft werden da Informationen gesucht, bevor man einen Arzt aufsucht. Das bekommen die Entscheidungsträger bei den Suchmaschinen natürlich auch mit. In einem Artikel der New York Times gab es übrigens eine interessante Statistik dazu:
Sowohl Google Health als auch Microsoft Health Vault bestehen aus zwei Komponenten: Zuerst einmal gibt es eine Spezialsuche für Gesundheitsthemen (wo es vor allem Resultate von ausgewählten Quellen gibt). Zusätzlich kann der Anwender auch noch seine persönliche Gesundheitsakte anlegen. Über eine Schnittstelle können dann mit Ärzten Daten ausgetauscht werden. Der Patient profitiert im Idealfall dadurch, dass ein neuer Arzt so Einblick auf eine vollständige Krankenakte hat (und so zum Beispiel bei der Verschreibung eines neuen Medikaments leichter Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen vermeiden kann). Das Bestreben, eine Gesundheitsakte zentral zu speichern, ist natürlich nicht ganz neu - in zahlreichen europäischen Staaten wird das von einigen gefordert.
Eines könnte für nicht-staatliche Unternehmen bei der Speicherung einer zentralen Gesundheitsakte natürlich zum Problem werden: Bei Gesundheitsfragen spielen Vertrauensfragen eine wichtige Rolle. Wollen wir Google oder Microsoft auch noch diese Daten anvertrauen? Sie haben bereits Daten über unsere Suchanfragen, Vorlieben, welchen Seiten wir besuchen (dank Toolbar, Analytics, Adsense), unseren Mailverkehr, und so weiter.
Klarerweise warnen Datenschützer und andere kritische Seelen aus Gründes des Datenschutzes davor. Schließlich wären solche Informationen insbesondere für Arbeitgeber oder auch Versicherungen sehr interessant. Doch gibt es ernsthaft Anlass zur Sorge, dass etwa Google solche Daten verkaufen würde? Meines Wissens nach hat sich Google bezüglich Datenschutz bisher nichts zu Schulden kommen lassen - im Gegenteil sogar: Google hat etwa lange gegen die Herausgabe von Daten an das US-Justizministerium gekämpft. Mit Adwords zu Gesundheitsthemen lässt sich ohnehin einiges an Geld verdienen, wenn man anhand der erhobenen Daten relevante Anzeigen schaltet ...
Eine 100%-ige Sicherheit gibt es aber dennoch nie. So wird jeder für sich selbst entscheiden müssen, ob der resultierende Nutzen oder der Datenschutz Vorrang hat ...
Microsofts HealthVault ist bereits in einer Beta-Version verfügbar. Zuerst einmal wollen wir uns die HealthVault Suche genauer ansehen:
Die Suchergebnisse sind sinnvoll eingeteilt, etwa nach Behandlungsmethoden, Medikamenten oder alternativmedizinischen Methoden. Neben ausgewählten Artikeln (Wikipedia, Medicine Plus) werden auch noch Standard-Resultate von Live Search eingeblendet.
Der eigentliche Vault
, wo die eigenen Daten gespeichert werden sollen überzeugt mich jedoch nicht wirklich. Vor allem ist es noch zu wenig intuitiv und zu unübersichtlich ...
Ganz im Gegensatz dazu ist die Gesundheitsakte bei Google Health wirklich sehr gut durchdacht. Die ersten Bilder von Blogoscoped zeigen ein hervorragend strukturiertes Interface zur Eingabe aller relevanten Daten.
Neben allgemeinen Daten wie Alter und Geschlecht kann man Angaben zu Allergien, Impfungen, derzeitigem Befinden, Leiden in der Familie, Untersuchungsergebnissen und Medikation machen.
Schaut bereits jetzt sehr gut aus - warten wir einmal ab, was sich in den nächsten Monaten noch tut. Auf jeden Fall können wir uns sicher sein, dass noch mehr Konzerne in diesen Markt einsteigen - denn es ist ein sehr viel versprechender Markt sofern die Menschen bereit sind, ihre Daten herzugeben ...
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