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Microsoft: Kaufangebot über 45 Milliarden für Yahoo

Die Suchmaschinen-Landschaft könnte sich bald wesentlich verändern. Laut Medienberichten hat der amerikanische Softwareriese Microsoft rund 44,6 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) für die Übernahme von Yahoo geboten. Bereits vor einem Jahr hatte Microsoft den Japanern ein ähnliches Angebot unterbreitet - diesmal stehen die Erfolgschancen aber wesentlich besser.

Durch die angespannte wirtschaftliche Situation haben in den letzten Wochen so gut wie alle Aktienkurse gelitten. Den japanischen Suchmaschinengiganten Yahoo hat es jedoch besonders schwer getroffen: Der Kurs ist in den letzten drei Monaten um fast 40% gesunken. Was nicht nur ein Resultat der Verunsicherung an den Börsen war, sondern auch mit Gewinnrückgängen zu tun hatte. Zuletzt wurde auch ein Mitarbeiterabbau angekündigt. Die angespannte Situation macht eine Zustimmung der Aktionäre zu diesem Deal wahrscheinlich.

Microsofts Angebot lässt sich auf jeden Fall sehen: Geboten werden 31$ je Aktie, somit ergibt sich ein Gesamtwert von 44,6 Milliareden Dollar. Ausgehend vom gestrigen Kurswert bedeutet das eine Prämie von 61% für die Aktienbesitzer. Bezahlt wird wahlweise bar oder mit Microsft-Aktien. Nach Bekanntwerden dieser Meldung ist der Kurs heute um etwas mehr als 50% gestiegen (und wird natürlich unter den geboteten 31$ stehen bleiben).

Das Geschäft soll, sofern es zustande kommt, in der zweiten Jahreshälfte 2008 abgewickelt werden. Microsoft verspricht sich dadurch zahlreiche Synergieeffekte in Millardenhöhe. Natürlich ist dies als Angriff auf Googles Vormachtstellung auf dem Suchmaschinenmarkt zu verstehen. Letztes Jahr hat Microsoft zudem die Anstrengungen im Bereich von Suchdiensten und Online-Werbung verstärkt. Auf dem deutschen bzw. amerikanischen Markt sehen die Marktanteile derzeit etwa so aus:

Suchmaschinen-Marktanteile in Deutschland, November 2007     Suchmaschinen-Marktanteile in den USA, November 2007
Datenquelle: Webhits, ComScore. Google inkl. AOL und T-Online Suche.

Selbst nach einer Übernahme von Yahoo durch Mircosoft wäre Google der unangefochtene Marktführer. Langfristig könnte sich dieses Bild durch Synergien bei der Entwicklung neuer Technologien natürlich wandeln. Auf jeden Fall wird die Konzentration am Markt weiter zunehmen, denn mögliche Alternativen wie etwa Ask oder Wikia Search sind noch zu unbekannt oder zu unausgereift.

Neben der Suchmaschine Yahoo würden damit natürlich auch anderen Dienste im Besitz von Yahoo an Mircosoft übergehen. Darunter etwa Yahoo Mail, Yahoo Music, die Fotoseite Flickr, die Social Bookmarking Seite del.icio.us, MyBlogLog, Zimbra, der Yahoo-Messenger, der Werbedienst Right Media, oder der Eventkalender Upcoming.

Wenn Microsoft und Yahoo geimeinsam eine zu Google ebenbürtige Suchmaschine auf die Beine stellen können, dann hätte ein Zusammenschluss aus Benutzersicht etwas Positives. Leider läuft es zugleich darauf hinaus, dass zwei Datenkraken das Internet dominieren. Dadurch wird es aber auch mehr Bestrebungen geben, Alternativen auf die Beine zu stellen. Vielleicht ruft es Herrn Sarkozy auf den Plan, doch noch etwas aus der europäischen Suchmaschine zu machen. Oder es kommt sowas eine Art Open-Source-Allianz mit Mozilla, Wikipedia, Wikia, und ein paar anderen ...

Veröffentlicht am 01.02.2008.

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