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Was gehört in Googles Suchergebnisse?

Die Suchmaschine Google erhebt selbst einen gewissen Objektivitäts-Anspruch. Zugleich werden eigene Zusatzdienste in den Suchergebnissen an erster Stelle platziert. Dies veranlasste Suchmaschinen-Experten zur Frage, ob Google bei eigenen Produkten noch die nötige Objektivität hat.


Nutzer von Suchmaschinen sind bei ihren Suchanfragen oft sehr unpräzise. Sie geben den Namen eines gutaussehenden weiblichen Stars ein, suchen aber eigentlich nach Bildern von dieser Person. Das hat Google natürlich auch schon längst festgestellt - weshalb an erster Stelle der Suchergebnisse zwei Bilder mit einem Link zur Bildersuche stehen.

Google verfolgt schon seit einiger Zeit das Konzept der universellen Suche (Universal Search): Bei einer Suche in Googles Websuche werden nicht nur normale Websites einbezogen, sondern wie im obigen Beispiel auch Resultate von anderen Google Diensten (z.B. Bildersuche, Videosuche/Youtube, Kartendienst, News) und zahlreiche Zusatzfunktionen (Aktienkurse, Währungsrechner, Taschenrechner, Wörterbücher).

Google Suchergebnisse für Wien

Mittlerweile ist allerdings so, dass bei jeder Suchanfrage zu einer größeren Stadt an erster Stelle eine unübersehbare Stadtkarte angezeigt wird, welche zu Googles hauseigenen Routenplaner führt (siehe verkleinerte Abbildung rechts).

Das veranlasste Johannes von Sistrix zur Frage ob Google bei eigenen Produkten noch die nötige Objektivität hat, womit er eine Diskussion unter Suchmaschinenexperten auslöste - auch Jojo von Internet Marketing News, der Klonblog und WhiteSide SEO griffen das Thema auf.

Tatsächlich ist die Frage gar nicht so einfach zu beantworten. Gleich vorneweg: Google hat als privatwirtschaftliches Unternehmen natürlich das Recht, die eigenen Dienste gegenüber anderen Webangeboten zu bevorzugen. Bisher war es allerdings immer so, dass Google die Objektivität hoch hielt. Aus diesem Grund ist die Frage durchaus berechtigt.

Langfristig wird Google wird nur dann der Marktführer bleiben, wenn sie die besten Suchergebnisse liefern. Das wissen natürlich auch die Verantwortlichen beim Suchmaschinenriesen - wodurch man annehmen kann, dass Google durchaus überzeugt ist, dass diese Routenplaner in die Suchergebnisse gehören.

Wenn ein Nutzer von Google Wien, Berlin oder den Namen einer anderen Stadt eingibt, ist wie eingangs erwähnt nicht genau klar, was der Suchende denn sucht. Sucht er nach Fakten rund um die Stadt (Geschichte, Einwohnerzahl), oder vielleicht nach Tourismus-Informationen (Attraktionen, Hotels, Flüge)? Oder sucht er nach aktuellen Szene-Infos, Kultureinrichtigungen, den zahlreichen Wiener Universitäten, Informationen zur Stadtverwaltung, der Wiener Börse, nach Fahrplänen der Wiener Linien, einer Stadtkarte, oder einem Routenplaner?

Aufgrund dieser Problematik wäre es eigentlich richtig, möglichst verschiedene Resultate anzuzeigen. Wenn sechs der ersten zehn Resultate Touristeninformationen wären, kämen etwa Wiener zu kurz, die eigentlich die Seite der Stadtverwaltung oder Lokalnachrichten suchen - und umgekehrt. Am besten ist es also, von allem ein bisschen etwas anzuzeigen. Von diesem Standpunkt aus, sollte klarerweise auch eine Stadtkarte bzw. ein Routenplaner auf der ersten Suchergebnisseite (SERP) sein.

Im Fall von Wien ist es so, dass bereits der Wiener Stadtplan unter den Suchergebnissen ist. Hier wäre Googles Kartendienst entbehrlich, jedoch lässt sich das vom Algorithmus nicht so einfach erkennen. Dass Google auf einen eigenen Kartendienst zurückgreift, ist aber absolut verständlich. Schließlich ist der Suchmaschinendienstleister nur so von Drittanbietern unabhängig. Und das Geld mit Kartendiensten will Google natürlich auch selbst machen.

Ask.com Suchergebnisse für Wien

Grundsätzlich bin ich also dafür, dass Google derartige Informationen auf Seite 1 der Suchergebnisse einbaut. Zugleich finde ich aber, dass Googles derzeitige Lösung sehr viel Platz einnimmt und eher stört, wenn man nicht gerade danach sucht. Viel besser fände ich es, wenn also solche Zusatzinformationen nicht anstelle anderer Websites kommen, sondern rechts ein eine seitliche Spalte - also in etwa so, wie es Ask in seiner US-Version macht (siehe Abbildung rechts).

Veröffentlicht am 30.06.2008.

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Kommentare

charly schrieb am 02.07.2008, 16:26 ( #1 )
Nur leider ist ja an der rechten Seite kein Platz mehr, da dort ja alles mit Werbung voll ist. Ich denke, das kaum jemand wirklich nach den Karten sucht, wenn er den Namen einer Stadt eingibt, ein Link zu der Karte würde da vollkommen reichen. Würde ich keinen Werbeblocker benutzen, wäre mir das auch viel zu überfüllt, mit den Sponsored Links, der Karte und den Anzeigen rechts, das lenkt vor allem nicht so Internet affine Benutzer doch stark von den eigentlichen Ergebnissen ab.

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