Strategien gegen Werbeblocker
Immer mehr Internetnutzer setzen Werbeblocker ein und kosten dem Website-Betreiber damit Werbeeinnahmen. Im Folgenden werden Möglichkeiten skizziert, um trotz Werbeblocker-Einsatz die Besucher mit Werbung zu erreichen.
Mit einem Plädoyer gegen Werbeblocker hat Spiegel Online neuerlich eine Debatte über Werbeblocker ausgelöst. Auch wenn das Anliegen verständlich ist, sollten die mutmaßlichen Einnahmen-Einbußen wie unlängst erläutert nicht überschätzt werden. Die Antwort auf den Einsatz von Werbeblockern müssen jedoch nicht immer Bezahlinhalte — es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie auch mit Nutzern von Werbeblockern noch Werbe-Einnahmen erzielt werden können:
- Textlinks:
Werbeblocker werden meist eingesetzt, um als aufdringlich empfundene Werbeformen (wie Layer-Ads, Popups, Flash-Werbung oder auch klassische Bannerwerbung) zu blockieren. Einfache Textlinks sind davon in den allerwenigsten Fällen betroffen.
Zahlreiche Partnerprogramme bieten auch einfache Textlinks an — mit entsprechenden, an die Website angepassten, Begleittexten und Bildern (ggf. muss das von Advertiser abgesegnet werden) kann diese Werbeform ebenso effektiv sein wie jeder andere Werbeform. Einziger Nachteil ist der zusätzliche Aufwand beim Einbau der Werbung. - Advertorials:
Advertorials sind für Werbeblocker nicht von normalen redaktionellen Inhalten einer Website zu unterscheiden. Der Publisher wird für die Veröffentlichung eines Artikels bezahlt (wobei der Inhalt vom Advertiser vorgegeben oder auch redaktionell erstellt werden kann, gekennzeichnet oder auch ungekennzeichnet). Diese Werbeform ist jedoch nicht ganz unbedenklich — fraglich ist in diesem Fall inwiefern das mit den eigenen Wertvorstellungen vereinbar ist, und ob sich das auf Reputation sowie Besucherzahlen auswirken könnte. Wer trotzdem daran interessiert ist, findet bei Plattformen wie Trigami und Hallimash entsprechende Angebote. - Produkt-APIs:
Dieser Punkt schlägt in dieselbe Kerbe wie Textlinks. Einige größere Partnerprogramme bieten eigene Produkt-APIs. Über diese kann man automatisch nach eigenen Algorithmen nach passenden Angeboten suchen lassen und diese dann anzeigen und verlinken. Im Gegensatz zu fertigen Javacript-Widgets können diese nicht von Werbeblockern gefiltert werden, der Aufwand für die Programmierung ist jedoch erheblich höher. - Eigener AdServer:
Grundsätzlich kann man drei verschiedene Filtermechanismen unterschieden: basierend auf der Domain (so werden Domains von bekannten Werbenetzwerken blockiert), basierend auf URL-Bestandteilen (etwa Signalwörtern wiead
oderbanner
) und basierend auf Eigenschaften der ausgelieferten Werbung (etwa typische Bannergrößen wie 468 x 60 Pixel bei Bildern).
Diese Filterung kann man umgehen, indem man die ausgelieferten Werbeinhalte auf dem eigenen Server hostet, die Dateien entsprechend benennt und die Bilder um wenige transparente Pixel ergänzt. Dazu muss jedoch eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden (eventuell ein eigener AdServer). Zudem gibt es diese Möglichkeit nur bei Direktvermarktung, was aber erst ab einem gewissen Besucheraufkommen in Frage kommt. - Verkauf von SEO-Links:
Zu guter Letzt muss sichWerbung
nicht unbedingt an den Besucher richten. In Zeiten der zunehmenden Bedeutung der Suchmaschinenoptimierung (SEO) kaufen immer mehr Website-Betreiber einfache Textlinks zu SEO-Zwecken. Die Werbung richtet sich dabei primär an die Suchmaschinen.
Der große Vorteil dieser Werbeform besteht darin, dass sie auch Websites mit sehr geringem Besucheraufkommen zur Verfügung steht sofern sie ausreichend Linkpower hat. Zudem sind Textlinks sehr unaufdringlich und stören die Besucher (sofern nicht in einem dümmlichen Zusatztext eingebettet) nicht. Der Nachteil besteht darin, dass der Linkhandel den Google-Richtlinien widerspricht und somit möglicherweise zu einer Bestrafung durch Google führen kann.
Es sollte nie vergessen werden, dass Internetnutzer die AdBlocker nicht installieren, um den Website-Betreibern zu schaden. Die Installation eines entsprechende Werbefilters ist meist auf schlechte Erfahrung mit übermäßig aufdringlichen Werbeformaten oder übermäßig starken Werbemitteleinsatz zurückzuführen — niemand will sich beispielsweise mehr Werbung als Inhalt ansehen oder gar mit einem Layer-Ad ärgern (der dann mitunter nicht einmal korrekt schließt, wenn man auf Schließen
klickt). Hinzu kommen auch noch weitere Bedenken bezüglich Datenschutz und Sicherheit, welche allerdings nur für interessierte Minderheiten ausschlaggebend sind.
Jene Website-Betreiber, die es mit der Werbung übertreiben, sind an dem Problem mitverantwortlich — daher ist nicht nur ein Bewusstsein der Internetnutzer über die Folgen des Werbeblocker-Einsatzes erforderlich (wie es der SPIEGEL im eingangs erwähnten Artikel fordert), sondern auch ein Bewusstsein der Publisher für die Motive der Werbeblocker-Benutzer.
Artikel veröffentlicht am 23. März 2010 | Tweet
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webSimon 23. März 2010 [#] |
Ich tausche die Signalwörter wie "ad" usw. gerne durch "zonk". Dann gibt 's im CSS immer lustige Bezeichnungen. Die div.zonkbox z.B. :) In diesem Sinne finde ich Werbeblocker zwar einerseits förderlich, aber auch gefährlich: Sie zwingen zwar zu unaufdringlicherer Werbung, da ist der Schritt zur Schleichwerbung allerdings schnell getan. |
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Thomas 23. März 2010 [#] |
Bezüglich der Schleichwerbung kann ich dir nicht zustimmen - auch Advertorials und Textlinks könnte man entsprechend als bezahlte Werbung kennzeichnen (ausgenommen der SEO-Links). Dass das meist nicht gemacht wird, liegt eher an der resultierenden verminderten Wirksamkeit und nicht an Anti-Werbeblocker-Strategien. |
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ALNarses 23. März 2010 [#] |
fast noch wirksamer als Werbeblocker nasinch meiner Erfahrung Scriptblocker, wie http://noscript.net/ da reicht es schon wenn man auf den Einsatz tendenzielle sicherheitsrelevanter Scripte verzichtet. |