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  • Openseodata und die Auswirkungen auf andere SEO-Tools

    Die ersten Teile des Openseodata-Projekts sind seit dieser Woche kostenlos für jeden verfügbar. Die Verfügbarkeit von derartigen kostenlosen Datenbanken wird mittelfristig aus Auswirkungen auf den Markt für SEO-Tools haben. Kommerzielle Toolbieter müssen einen erkennbaren Mehrwert bieten und mehr als nur primitive Datensammlungen sein.

    Wie vergangene Woche angekündigt veröffentlichte Seoprgrammierer Fabian Rossbacher am Nikolaustag erste Teile von seinem Projekt „openseodata“. Vorerst gibt es eine einfache PHP-Klasse, mit der via API auf die ersten Daten zugegriffen werden kann. Dazu kommt ein kleiner Ausschnitt der aus der Keyword-Datenbank mit rund 10000 Keywords als Download.

    Mit openseodata sollen jedem einigermaßen umfangreiche kostenlose Daten zu Keywords, Backlinks und Ranking zur Verfügung stehen. Das Projekt entstand aus dem (aus privaten Gründen eingestellten) kommerziellen SEO-Toolset Orangeseo entstanden, die Daten sind dabei viel umfangreicher und besser als bei bisherigen kostenlosen Angeboten. Professionelle SEOs verlieren dadurch einen Wettbewerbsvorteil, wenn plötzlich jeder Zugriff auf solche Daten hat.

    Das interessante an diesem Projekt werden die Auswirkungen auf den Markt für SEO-Tools sein. Diese Auswirkungen werden wohl erst im Laufe des nächsten Jahres bemerkbar werden, aber prinzipiell kann es nur zu positiven Entwicklungen führen. Kleine innovative Tools können entstehen, die Preise für Einsteiger-Tools werden potentiell sinken, und das Kundenwachstum wird im Niedrigpreissegment sich wohl verlangsamen. Mit einem Kundenverlust bei den wirklich guten Toolanbietern würde ich jedoch nicht rechnen.

    Eines ist sicher: Toolanbieter können sich nicht in Zukunft einfach nur auf das Datensammeln konzentrieren. Wenn es umfangreiche kostenlose Daten gibt, müssen SEO-Tools einen echten Mehrwert schaffen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, und wer nichts davon bietet kann, wird langfristig vom kommerziellen Markt verschwinden.

    • Ein Faktor ist die Qualität der Daten. Exakte, aktuellere und umfangreichere Daten bietet einen Mehrwert. Der SEO-Diver erhebt Keyword-Daten mit einer anderen und prinzipiell besseren Methodik als andere Anbieter. Tools wie Sistrix, Majestic SEO oder Linkscape verwenden eigene Spider um zusätzliche Links zu finden und sind nicht vom Yahoo Backlinkchecker abhängig.
    • Die zweite Möglichkeit ist die sinnvolle Aufbereitung und Kombination von Daten. So verwenden etwa die LinkResearchTools zahlreiche Daten von anderen Anbietern und schaffen dennoch Mehrwert, indem diese Daten sinnvoll aufbereitet werden. Die Tools sind derart organisiert, dass man daraus direkt Handlungsmöglichkeiten ableiten kann.
    • Professionelle Tool-Anbieter bieten eine bestimmte Servicequalität an — die Tools sind zuverlässig verfügbar und können nicht einfach plötzlich verschwinden, die Anzahl der erlaubten Anfragen ist klar definiert und es wird ein professioneller Support geboten. Umfangreiche Toolsets ersparen zudem das Wechseln zwischen mehreren fragmentierten Tools, was Einarbeitungszeit erspart, den Workflow verbessert und für eine konsistentere Datenbasis sorgt.

    Alleine aus den Daten des openseodata-Projekts wird kein Konkurrent zu einer Sistrix Toolbox oder der Searchmetrics Suite entstehen. Dazu gehört mehr als nur einfache Daten: dafür muss man laufend aktuelle Daten haben und eigene Daten beschaffen, genug Rechenkapazität haben und die Software entwickeln — und das geht weder kostenlos noch zu Einsteigerpreisen. Aber openseodata wird vielleicht der Grundstein für innovative Einzeltools und kostenlose Basis-Toolsets sein. Und davon werden nicht nur Hobby-Webmaster profitieren, sondern es wird über den Hebel des Wettbewerbs auch zu Verbesserungen bei kommerziellen Tools führen und das Niveau insgesamt heben.

    Artikel veröffentlicht von am 11. Dezember 2010 |


    Seoprogrammierer
    11. Dezember 2010 [#]
    Klasse Zusammenfassung. Du hast es auf den Punkt gebracht. Wichtig ist noch zu erwähnen das openseodata von der Community getrieben wird und jeder vorschläge machen und sich selbst einbringen kann.

    Viele Grüße,
    Fabian
    Thomas
    12. Dezember 2010 [#]
    @Seoprogrammierer: Klar, dieses Wissen habe ich einmal in meinem Artikel vorausgesetzt ;-) Genau genommen wird es vorerst einmal von dir getrieben — und du bietest die Grundlage dafür an, dass andere damit etwas Sinnvolles anstellen. Ich hoffe aber, dass sich in den nächsten Monaten eine breite Community findet, die wirklich eine Entwicklung vorantreibt und wo nicht jeder einfach nur Daten-Konsument ist.

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