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  • Opera Unite: Webbrowser als Webserver

    Der Webbrowser Opera lässt mit einer Neuerung aufhorchen: Mit Opera Unite werden Webbrowser und Webserver in einem Programm vereint. Der Anwender kann somit Dateien von seinem PC aus verfügbar machen, was auch zu Filesharing-Zwecken verwendet werden könnte.

    Der Webbrowser Opera ist schon seit jeher Vorreiter bei Innovationen (u.a. erster Browser mit Tabbed Browsing und Mausgesten), hält sich an Webstandards, stellt Websites schnell dar und wird seit 2005 als Freeware vertrieben. Dennoch liegt der Marktanteil auf Desktop-PCs nur bei rund einem Prozent. Es ist daher kein Wunder, die Opera-Hersteller versuchen, mit neuen Ideen endlich bei einer größeren Nutzergruppe anzukommen.

    Die neueste Innovation hört auf den Namen Opera Unite. Mit Opera Unite wird Opera zum Webbrowser und Webserver zugleich. Benutzer können ihre Dateien unkompliziert online stellen. Opera will das Web damit wieder demokratischer machen, die Inhalte von den großen Unternehmen weg und wieder zu den Benutzern zurück bringen.

    Nach einer Registration bei Opera erhält man eine statische Webdomain nach dem Schema computername.username.operaunite.com. Der Browser meldet sich beim Opera-Dienst an, um die aktuelle IP-Adresse zu übermitteln (es handelt sich dabei mehr oder weniger um ein DynDNS-Service). Jeder, der die Webdomain kennt, kann auf die veröffentlichten Inhalte zugreifen. Opera Unite bietet allerdings auch die Möglichkeit, den Zugriff auf ausgewählte Personen zu beschränken.

    Da es ohnehin zahlreiche kostenlose Publikations-Plattformen gibt, wird Opera Unite sicherlich nicht für normale Websites (die 24/7 erreichbar sein sollen) verwendet werden. Für die Benutzer dürfte die Filesharing-Funktion am interessantesten sein. Derzeit läuft es noch über einen Proxy, in der endgültigen Version soll direktes P2P-Filesharing mit individuellen Benutzerfreigaben geben. Privates Filesharing ist (im Gegensatz zum öffentlichen Filesharing à la KaZaA und Bittorrent) für Urheberrechts-Inhaber nicht nachvollziehbar und wird deswegen die Zukunft des unerlaubten Filesharings sein. Ironischerweise könnte also der Webbrowser Opera ausgerechnet als Filesharing-Client an Bedeutung gewinnen.

    Kritisch zu sehen ist allerdings, dass damit möglicherweise Sicherheitsrisiken für den Anwender entstehen. Die Sicherheitsfrage wird mitentscheidend dafür sein, wie die neuen Funktionen bewertet werden. Noch wichtiger wäre es für Opera allerdings, dass die Vorzüge des Browsers endlich über die Massenmedien kommuniziert werden. Die derzeitige Medienberichterstattung ist ziemlich mager, während Firefox eben dank dieser Medien auch bei weniger versierten Computernutzern bekannt geworden ist.


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    Artikel veröffentlicht von am 16. Juni 2009 |


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