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  • Zoomer geht, ZEITjUNG kommt

    Zoomer geht, Zeitjung.de kommt - mit diesen Worten wurde die neue Internetzeitung für Jugendliche namens ZEITjUNG in Pressemeldungen vorgestellt. Trotz des Scheiterns von Zoomer und der aktuellen Wirtschaftskrise blicken die Beteiligten hoffnungsvoll in die Zukunft. Die Kommentatoren geben sich diesbezüglich jedoch skeptisch.

    ZEITjUNG Logo

    Zoomer und ZEITjUNG haben eine große Gemeinsamkeit: Sie richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Eine Zielgruppe, welche von der Werbeindustrie besonders geschätzt wird. Eine Zielgruppe, die entsprechend von zahlreichen Medienmachern umworben wird.

    Das Ende von Zoomer

    Im Februar 2008 wurde die Internetzeitung Zoomer vorgestellt. Der Holtzbrinck-Verlag versprach sich davon Großes. Nach dem Erfolg von SchülerVZ und StudiVZ, glaubten sie möglicherweise, die Zielgruppe Jugendliche zu verstehen. Doch weit gefehlt: Jugendliche sind keine homogene Zielgruppe. Grelle Farben, zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten, massig Multimedia-Inhalte, lässige Formulierungen und boulevardeske Schlagzeilen begeistern vielleicht einige wenige Jugendliche. Aber sicher nicht alle.

    Nicht einmal ein Jahr später kündigte der Verlag auch schon das Ende von Zoomer an. Zoomer war offensichtlich nicht profitabel, und in Zeiten der Wirtschaftskrise (in denen die Werbeausgaben zurückgehen) haben Verlage nicht das Geld für teure Experimente. Woran es - trotz erstklassiger Cross-Promotion-Möglichkeiten - gescheitert ist, lässt sich von außen schwer sagen. Vielleicht an der mangelhaften Usability, der Fehleinschätzung der Zielgruppen-Interessen, belanglosen Inhalten oder an schlechter Kommunikation.

    Die Anfänge von ZEITjUNG

    Kurz danach stellt sich ZEITjUNG vor. Das Konzept ist recht einfach: jugendliche Autoren, teilweise noch Schüler, schreiben für eine jugendliche Zielgruppe. Zu Themen, welche in die wenig aussagekräftigen Kategorien Zeitzeuge (Unterhaltung), Zeitgeschehen (Weltgeschehen), Probezeit (Bildung), Zeitgeist (Kultur) und Zeitgefühl (Persönliches) eingeteilt wurden. In diesem Fall steckt die Münchner Agentur DAS GOLDENE VLIES dahinter.

    Die Macher des Jugendmagazins sind überzeugt, es besser als der ehemalige Konkurrent zu machen. Anders, aktiv, artgerecht, aktuell wollen diese sein. Die ersten Reaktionen sind jedoch überaus skeptisch: Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog gibt ZEITjUNG wenig Chancen und der Mediendienst Kress übt auch heftige Kritik. Die journalistische Qualität lässt zu wünschen übrig — doch mangels Professionalität zumindest mancher Autoren waren war hier auch nichts anderes zu erwarten.

    Über die Erfolgschancen sagt dies jedoch nicht sonderlich viel aus. Erfolg kann es auch mit Meinungsjournalismus statt Qualitätsjournalismus geben - im Internet genauso wie bei allen anderen Medien. Entscheidend wird eher, wie das Angebot von der Zielgruppe und später den Werbekunden angenommen wird. Die Konkurrenz heißt schließlich nicht FAZ oder NZZ, sondern jetzt.de und NEON.de. Diese wurden anfangs auch nicht nur positiv beurteilt. ZEITjUNG wird wohl kein Überflieger werden — aber ich gebe ihnen durchaus gute Chancen, sich zu etablieren. Vorausgesetzt sie arbeiten an ihren Schwächen und entwickeln ihr Produkt konsequent weiter. Vorausgesetzt sie haben genug Geduld und einen ausreichend langen Atem. Jenen langen Atem, der bei Zoomer wohl gefehlt hat.

    Artikel veröffentlicht von am 17. Februar 2009 |


    Blokster
    17. Februar 2009 [#]
    Erfolg kann es auch mit Meinungsjournalismus statt Qualitätsjournalismus geben [..]

    Was ja bekanntlich die Bloggerszene eindeutig unterstreicht in meinen Augen!

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