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  • Aktuelle Seiten in den Google-Suchergebnissen

    Gleich am Anfang dieses Jahres ist das Thema Suchmaschinenoptimierungen auf zahlreichen Technik-Seiten pr√§sent. Der allgemeine Tenor lautet, dass Google die Kritierien zur Reihung der Suchresultate ge√§ndert h√§tte und jetzt Aktualit√§t st√§rker denn je belohnt werden, und der Wert von Backlinks zur√ľckgehen w√ľrde. Allerdings gibt es das angesprochene Ph√§nomen schon seit Mitte 2007.

    Stille Post

    Angefangen hat alles damit, dass Google anlässlich des 25-Jährigen Geburtstages von TCP/IP die Suchabfrage mit den Suchwörtern January 1 TCP/IP auf der englischen Startseite verlinkt hat. In den Suchresultaten waren hier einige aktuelle, neue Seiten weitaus besser als etablierte Seiten wie etwa Wikipedia, welche viele Backlinks haben.

    Das stellte auch ein Blogger von Google Operating System fest und verfasste einen Eintrag dar√ľber. Hier wurde auch geschrieben, dass normalerweise der Wikipedia-Eintrag an erster Stelle stehen m√ľsste - wor√ľber man streiten kann, denn der passendste Artikel bei Wikipedia ist zu TCP/IP ohne Erw√§hnung des 1. Januar. Ansonsten ist an diesem Bericht nichts auszusetzen, denn Google Operation System hat nicht behauptet, dass dieses Ph√§nomen neu w√§re.

    Doch dann schrieb auch die √§u√üerst popul√§re Seite Tech Crunch dar√ľber, und behauptete, Google h√§tte vor Kurzem den Algorithmus ge√§ndert. Tech Crunch jedoch dient vielen Journalisten von PC-Magazinen als Quelle. So griff auch die deutsche Computerwoche das Thema auf, und hier hie√ü es schon zum Jahresbeginn h√§tte es eine √Ąnderung gegegeben. Bei PC-Welt wurde dieser Artikel wieder 1:1 √ľbernommen, und so verbreitete sich dieses Ger√ľcht immer mehr ...

    Query Deserves Freshness

    Definitiv richtig ist, dass unter Umst√§nden aktuelle Seiten in den Google-Suchergebnissen bevorzugt werden (und nicht immer, so wie es manche Berichte vermuten lassen). Dahinter steckt der QDF-Mechanismus, welcher sch√§tzungsweise im Sommer 2007 eingebaut wurde, seine Existenz wurde von Google-Mitarbeitern best√§tigt. QDF steht f√ľr Query Deserves Freshness. Der QDF-Faktor gibt an, ob in einer Suchabfrage (Query) aktuelle Seiten st√§rker ber√ľcksichtigt werden sollen.

    Sinn und Zweck von diesem Mechanismus sind einfach zu erkl√§ren. Normalerweise werden bei einer Suche nach Erdbeben die Artikel von Wikipedia bzw. allgemein (popul√§r)wissenschaftliche Artikel ganz vorne zu finden sein. Wenn in San Francisco ein Erdbeben ausbricht und weitreichenden Schaden anrichtet, werden Millionen Menschen auf der Welt nach Erdbeben suchen, weil sie etwas zum j√ľngsten Erdbeben in San Francisco erfahren wollen. Doch da w√ľrden sie im Normallfall nichts dazu finden, weil die Berichte zum Erdbeben neu sind und noch keine ausreichenden Links sammeln konnten. Deswegen gibt es den QDF-Faktor. Wenn eine Suchabfrage Aktualit√§t verdient, werden die Reihungskritieren ge√§ndert und aktuelle Seiten gegen√ľber den etablierten Seiten bevorzugt.

    Dieser Faktor wird vollautomatisch ermittelt. Google speichert alle Suchanfragen, welche im Laufe der Zeit get√§tigt werden. So wei√ü Google zum Beispiel, dass im Durchschnitt 1000 mal pro Stunde nach Erdbeben gesucht wird. Im Falle des Erdbebens steigt aber das Suchvolumen auf 10000 Suchanfragen pro Stunde (die Zahlen sind frei erfunden). Bei dieser ungewohnten H√§ufung geht Google davon aus, dass ein aktuelles Ereignis daf√ľr verantwortlich ist, und vergibt den Query-Deserves-Freshness-Faktor. Neben dem Suchvolumen werden auch andere Faktoren herangeogen, etwa Anzahl der Meldungen in den News oder Erw√§hnungen in Blogs.

    Zum Spammen ausnutzen lässt sich dieser Mechanismus allerdings kaum. Die Positionsgewinne aktueller Seiten verschwinden nach einigen Tagen wieder. Und um selbst zu gewinnen, muss man selbst zeitnah berichten und sich dann auch noch gegen große News-Portale und Magazine durchsetzen. Gute Blogs können davon aber durchaus profitieren.

    Artikel verŲffentlicht von am 04. Januar 2008 |


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