• Weblog
  • Lexikon
  • Tools
  • Suche
  • Kontakt


  • Skype: Gerüchte über Verkauf an Google

    Der beliebte Messenger Skype, derzeit im Besitz von eBay, steht möglichweise vor einem Verkauf. Als Interessent gilt der Internetriese Google, welcher Skype gut in sein Produkt-Portfolio integrieren könnte. Als Kaufpreis werden rund 5 Milliarden Dollar kolportiert.

    Es brodelt wieder in der Gerüchteküche. Eine weitere milliardenschwere Übernahme eines Internetunternehmens steht möglicherweise bevor, denn angeblich will das Auktionshaus eBay den VoIP-Dienst Skype verkaufen. Als Interessent wird Google genannt, laut TechCrunch gibt es bereits Gespräche zwischen den beiden Internet-Riesen eBay und Google. Als Kaufpreis werden rund 5 Milliarden Dollar kolportiert.

    Skype ermöglicht das kostenlose Telefonieren via Internet von Computer zu Computer, sowie das gebührenpflichtige Telefonieren ins Festnetz sowie zu Mobiltelefonen. Die erste offizielle Version von Skype wurde 2003 veröffentlicht, womit Skype zu den Vorreitern im Bereich der VoIP-Telefonie gehörte. Es setzte sich recht bald durch und wurde im Jahr 2005 um der Preis von 2,6 Milliarden Dollar von eBay aufgekauft.

    Fehlkauf von eBay

    Skype wurde mit dem Hintergedanken gekauft, auf eBay die Kontaktaufnahme zwischen den Käufern und Verkäufern zu vereinfachen. Eine ordentliche Integration in die Auktions-Plattform eBay sowie auf der Schwesterseite Kijiji wurde jedoch verabsäumt. Unterdessen wurde Jajah unter eBay-Verkäufern immer beliebter, weil es für die schnelle Kontaktaufnahme besser geeignet war und als Button einfach zu integrieren war. Ende 2007 verbannte eBay jedoch Jajah, sehr zum Unmut einiger Händler - vermutlich um die Position des schwächelnden Skype gegenüber der neue Konkurrenz zu stärken.

    Skypes Schwäche begründet sich vor allem darin, dass sich eBay nicht ausreichend um eine Weiterentwicklung gekümmert hat - damit war eBay, deren Kernkompetenzen definitiv nicht in diesem Bereich liegen, überfordert. Ende 2007 wurde in der Bilanz eine Wertminderung von 1,4 Millarden Dollar verbucht. Der Grund dafür lag darin, dass Skype keine ausreichenden Gewinne abwarf, um den ursprünglichen Kaufwert von 3,1 Milliarden zu rechtfertigen. Auch die erhofften Synergien mit der Auktionsplattform eBay blieben aus. Daher kommt es nicht überraschend, dass der Kauf von Skype als Fehlkauf eingestuft wird.

    Der Ausweg aus dem Finanz-Fiasko ist relativ einfach: eBay müsste jetzt alles daran setzen, Skype mindestens um den Kaufpreis bzw. gar gewinnbringend zu veräußern. Und hier kommt Google ins Spiel. Skype passt ins Google-Portfolio, der Suchmaschinen-Gigant könnte damit mehr anfangen als der jetzige Besitzer. Zudem hat Google auch genügend Geld auf der hohen Kante, um einen Milliarden-Deal zu finanzieren. Konkurrent Microsoft ist unterdessen mit Verhandlungen über eine mögliche Übernahme von Yahoo beschäftigt.

    Verwendungsmöglichkeiten für Google

    Dass Google Ambitionen im Telekommunikations-Bereich hegt, ist allgemein bekannt. Der Internetriese ist nicht nur die treibende Kraft hinter der Mobilfunk-Plattform Android, sondern hat auch bei einer Versteigerung von US-Mobilfunk-Lizenzen 4,6 Milliarden Dollar geboten. Google wurde schlussendlich überboten (bzw. hat sich bewusst überbieten lassen), konnte durch diesen geschickten Schachzug aber gemeinsam mit Verbraucherschützern eine Öffnung des Netzes für sämtliche Endgeräte bzw. Anwendungen erreichen. Daneben arbeitet Google an der kostenlosen Telefon-Auskunft Goog-411 (funktioniert mittels Spracherkennung) und hat unlängst den Telefondienstleister GrandCentral übernommen. Weiters hat Google mit GTalk schon früher einen VoIP-fähigen Messenger herausgebracht - der sich bisher aber nicht durchsetzen konnte.

    Die Verwendungsmöglichkeiten in den Händen von Google sind vielfältig: Da wäre die Öffnung und Integration in Android. Oder eine Verwendung in sozialen Netzwerken in Zusammenhang mit Googles OpenSocial-Initative. Zu guter Letzt wäre auch eine Integration in GMail möglich, um so eine komplette Kommunikationszentrale zu schaffen. All das würde natürlich Googles Einfluss weiter vergrößern.

    Sollte es tatsächlich zu einem Kauf von Skype kommen, ist aufgrund der zahlreichen Open-Source-Bestrebungen von Google mit einer Öffnung für Entwickler zu rechnen, was eine positive Entwicklung für Skype-Nutzer wäre. Auf der anderen Seite könnte Google potentiell Verbindungsdaten für noch umfassendere Benutzerprofile verwenden, was aus Sicht des Datenschutzes natürlich bedenklich wäre. Vorläufig bleibt aber abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt ...

    Artikel veröffentlicht von am 04. April 2008 |


    charly
    16. Mai 2008 [#]
    Eine Integration in Gmail fände ich wirklich klasse, vor allem da die Linux User von Gtalk bis jetzt ja noch nicht viel zu sehen bekommen haben und Sprachnachrichten per Email über Skype zu verschicken stell ich mir schon ganz cool vor.

    Kommentar verfassen

    Name (*)
    Homepage
    E-Mail
    Twitter-Name
    Sicherheitscode (*)
    Tippe den Stadtnamen Atlanta ab.