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  • Yahoo BOSS: Suchmaschinen-API für Yahoo

    Yahoo öffnet sich und bietet eine neue Programmierschnittstelle namens Yahoo BOSS an, welche Entwicklern zahlreiche Freiheiten lässt. Yahoo will mit diesen Schritt wieder an Bedeutung gewinnen und Werbekunden an sich binden.

    Nach zahlreichen Turbulenzen für den schwächelnden Internetriesen Yahoo verkündete der Konzern aus Japan im April 2008 eine neue Strategie: Die Yahoo! Open Strategy (Y!OS), nach der sich Yahoo für Entwickler öffnen will und darüber hinaus zu einer einheitlichen sozialen Plattform werden soll (man bedenke, dass Yahoo insgesamt 350 Millionen registrierte Benutzer hat).

    Die überstandene Übernahmeschlacht mit Microsoft sorgte offensichtlich für einen neuen Schub, mit voller Kraft wird an der Umsetzung der Strategie gearbeitet. Nach Yahoo! SearchMonkey folgt der nächste Schritt: Am heutigen Tag wurde Yahoo! Search BOSS. BOSS steht für Build your Own Search Service und ist eine neue Programmierschnittstelle (API) zu Yahoos Suche. Sie ermöglicht also, auf Yahoos Suchergebnisse in zuzugreifen und diese in eigenen Anwendungen weiter zu verarbeiten.

    Besonderheiten von Yahoo BOSS

    Wie Yahoo selbst feststellt, sind Suchmaschinen-APIs nichts Neues (auch Yahoo hatte bisher schon eine). Doch Yahoos neue API zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus: Bei vielen Konkurrenten (etwa auch der Google AJAX Search API) bekommt man Suchergebnisse in Form eines Widgets oder in einem iFrame. Yahoo BOSS bietet hingegen strukturierte Daten (wahlweise XML oder JSON) an. Darüber hinaus ist es möglich, die Suchergebnisse nach eigenen Kriterien zu sortieren.

    Doch es kommt noch besser: Die Zahl der täglichen Suchabfragen ist nicht begrenzt - ab einer gewissen Anzahl an täglichen Suchabfragen ist man jedoch verpflichtet, am Textanzeigenprogramm Sponsored Search teilzunehmen - also Werbeeinblendungen aufzunehmen. Dafür darf der Dienst aber auch kommerziell verwendet werden. In Zukunft sollen zudem Vermarktungsmöglichkeiten, ähnlich wie Googles AdSense für Suchergebnisseiten zur Verfügung stehen.

    Das Vermischen von eigenen Inhalten und Yahoos Suchanfragen ist erlaubt, die Form der Präsentation kann frei gewählt werden. Allerdings steht die API nur für Suchanfragen von realen Benutzern (consumer search) zur Verfügung - automatisierte Anfragen von Bots sind offiziell nicht erlaubt. Sämtliche Details zu den Nutzungsbedingungen sind in den Terms of Service nachzulesen. Beispiele für Suchmaschinen, die mit Yahoo BOSS arbeiten, sind etwa Hakia, Me.dium Search und Cluuz.

    Bindung von Werbekunden

    Natürlich stellt sich die Frage, warum Yahoo eine derart offene Suchmaschinen-API anbietet, welche den Entwicklern viel mehr Freiheiten gibt als es bei anderen APIs üblich ist. Der Plan dahinter ist nicht schwer zu durchschauen: Mit Yahoo BOSS werden kleine Mikrosuchmaschinen enstehen, die aber für gezielte Werbung interessant sein können. Diese werden dann über Yahoo vermarktet (wie bereits erwähnt plant Yahoo auch die Webmaster an den Einnahmen teilhaben zu lassen), wodurch Werbekunden an das Yahoo-Netzwerk gebunden werden und Yahoos Bedeutung wieder steigt.

    Ob der Plan tatsächlich aufgeht, wird sich erst zeigen. Ich sehe aber zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für Yahoo BOSS, welche sicherlich genutzt werden.

    Artikel veröffentlicht von am 10. Juli 2008 |


    Michael
    10. Juli 2008 [#]
    Den Namen sind sie bald wieder los. Man denke nur an den Hersteller von Herrenbekleidung der sich auch komplett in uppercase schreibt. ;)
    Mario
    10. Juni 2009 [#]
    Geiler Artikel aber ab 2009 sollen die Suchanfragen begrenzt werden und darüber hinaus soll es dann auch ein paar Dollars kosten.

    Nur der Form halber sollte es genannt werden.

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