Der Internetgigant Google erweitert Google AdSense um ein weiteres Werbemittel: AdSense for Feeds ermöglicht die Platzierung von Werbeanzeigen innerhalb von RSS-Feeds. Ob die neue Werbeform große Verbreitung finden wird, ist jedoch zweifelhaft.
Googles wichtigstes Geschäftsfeld ist schon lange die Online-Werbung. Google AdSense platziert automatisiert thematisch passende Werbeanzeigen auf teilnehmenden Websiten. Diese Form der kontextuellen Werbung war im Web revolutionär und verdrängte immer stärker klassische Bannerwerbung. Durch die Vermittlung von Werbeanzeigen verdient Google jährlich mehrere Milliarden Dollar. Grund genug, um Google AdSense weiter auszubauen.
Nach der neu eingeführten Videowerbung gibt es nun die nächste Neuerung: Mit AdSense for Feeds können Werbeanzeigen nun auch in RSS-Feeds integriert werden. Die neue Werbeform wurde bereits im Jahr 2005 getestet, jedoch erst jetzt für alle AdSense-Teilnehmer zugänglich gemacht. Das neue Werbemittel funktioniert genauso wie normale AdSense-Anzeigen. Die Optik ist gleich, die Werbeanzeigen werden auf die Inhalte abgestimmt.
Bereits bekannte Optionen sind die Wahl von Text- oder Bildanzeigen, die farbliche Anpassung, die Positionierung sowie das Festlegen der Anzeigengröße. Darüber hinaus kann der Publisher festlegen, mit welcher Frequenz die Anzeigen eingebunden werden sollen. Etwa in jedem Feed-Artikel, in jedem zweiten, und so weiter. Zudem lässt sich bestimmen, dass Werbung nur in Feed-Artikeln mit einer bestimmten Mindestlänge angezeigt werden soll.
RSS-Feeds mit Google Ads werden über die Domain feedproxy.google.com ausgeliefert. Dahinter steckt allerdings die Technik von Feedburner. Feedburner wurde bekanntlich im Juni 2007 für rund 100 Millionen Dollar von Google aufgekauft. Für Feedburner-Feeds gibt es bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, mit einem AdSense-Konto Werbung einzubinden.
Für Betreiber großer Nachrichtenportale, welche ihre Feeds normalerweise nicht über Feedburner laufen lassen, eröffnet AdSense für Feeds eine neue Möglichkeit der Vermarktung. Nachrichtenportale bieten in ihren RSS-Feeds meist nur Schlagzeilen oder Zusammenfassungen an, jedoch keine vollständigen Artikel. Schließlich verdienen Nachrichtenportale ihr Geld mit Werbung — doch wenn die Leser den Feed lesen, anstatt die Website zu besuchen, verdienten die Website-Betreiber bisher kein Geld. Vollständige RSS-Feeds hätten aber den Vorteil, dass diese wie ein Abonnement bei Printmedien den Leser an ein Medium binden.
Trotzdem glaube ich nicht an den Erfolg von AdSense für Feeds. RSS-Feeds werden meistens nur vom technisch versiertem Teil der Leserschaft abonniert. Zugleich sind diese Besucher auch für ihre Werbeblindheit bekannt. Ein weiteres Indiz: Obwohl Werbeanzeigen in Feeds dank Feedburner bereits seit geraumer Zeit möglich sind, konnte ich in keinem meiner zahlreichen abonnierten Feeds derartige Werbung entdecken. Es bleibt abzuwarten, ob sich das mit der Integration in AdSense ändern wird.
Joel Comm
The Adsense Code:
What Google Never Told You about Making Money with Adsense
Englischsprachiges Buch zum Thema Geldverdienen mit Google AdSense. Autor Joel Comm gibt Einblicke in die Funktionsweise von Google AdSense und stellt zahlreiche Strategien vor, um die eigenen AdSense-Einnahmen zu maximieren. Vom Finden von Nischen-Themen über das effektive Filtern von unpassenden Anzeigen bis zur optimalen Integration in das Website-Design.
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