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  • Soziale Netzwerke: Nutzung nimmt wegen Werbung ab

    Soziale Netzwerke (Social Networks) galten lange Zeit als das nächste große Ding im Internet. Die Internet-Goldgräber erhofften sich eine neue lukrative Einnahmequelle. Die Formel war einfach: Millionen Mitglieder und Abermillionen Seitenaufrufe plus Online-Werbung ergeben das große Geld. Doch so ganz ging die Rechnung nicht auf ...

    Bereits vor zwei Wochen habe ich im Artikel Online-Werbung: Problemfall Web 2.0-Portale darüber berichtet, dass Werbung in sozialen Netzwerken nicht die erwünschten Klickzahlen bringt. Regelmäßige Benutzer einer Plattform beginnen die Werbung geistig auszublenden. Hinzu kommt eine fehlende Geschäftsabsicht: Wer in sozialen Netzwerken unterwegs ist, will nicht Geld ausgeben sondern kommunizieren.

    Das hat bereits eine Reihe von Werbeanbietern feststellen müssen und wird jetzt auch durch eine aktuelle Meldung von Google bekräftigt. Google hat sich vor einiger Zeit mit einem 900-Millionen-Dollar-Deal das Recht zur Vermarktung zahlreicher Werbeflächen auf MySpace gesichert. Nun musste Google eingestehen, dass dies weniger Einnahmen als erwartet bringt (manche Analysten gehen sogar von Verlusten aus). Google-Gründer Sergey Brin drückte die Gründe dafür so aus: I don't think we have the killer, best way to advertise and monetize social networks yet. Bleibt nur abzuwarten, was der beste Weg zur Vermarktung von sozialen Netzwerken ist?

    Für soziale Netzwerke gibt es aber eine weitere schlechte Nachricht: Die Benutzerzahlen wachsen derzeit noch (das Wachstum verlangsamt sich allerdings schon, weil der Markt immer stärker gesättigt ist). Parallel dazu verbringt der durchschnittliche Benutzer aber immer weniger Zeit auf diesen Seiten. Laut dem Internet-Marktforschern von comScore ist etwa die Nutzungsintensität bei MySpace in den letzten vier Monaten um 14 Prozent gefallen.

    Ein Grund für diesen Rückgang ist definitiv die Online-Werbung. Eben wegen der schlechten Klickraten werden soziale Netzwerke immer mehr mit Werbung überladen. Ab einem bestimmten Punkt wird das nervig und Benutzer sind frustriert. Die einen reduzieren deswegen ihre Aktivität, andere verlassen die Netzwerke ganz (das hat jetzt übrigens auch Bill Gates gemacht, allerdings aus anderen Gründen). Das amerikanische BusinessWeek titelt in diesem Zusammenhang bereits Generation MySpace Is Getting Fed Up.

    Für die Betreiber von Social Networks wird das eben zur Zwickmühle: Geringere Nutzung der Plattform, oder weniger Werbung - in beiden Fällen gibt es weniger Geld. Einen möglichen Ausweg bietet die personalisierte Werbung (wie etwa bei Facebook), doch auch diese ist wegen zahlreicher teilweise berechtigter Bedenken und Widerstände auch nicht gerade unproblematisch.

    Dank der enormen Zugriffszahlen lässt sich mit der Werbung in Social Networks noch immer Geld machen. Aber wie es Tim Vanderhook ausdrückt: What you have with social networks is the most overhyped scenario in online advertising. Oder mit den Worten von Mark Seremet: It's really hard to make money on that anemic click-through rate. Und so wird für die sozialen Netzwerke vielleicht nur ein (relativ gesehen) kleiner Kuchen am kontinuierlich wachsenden Online-Werbemarkt übrig bleiben.

    Artikel veröffentlicht von am 14. Februar 2008 |


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