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  • Bing übernimmt angeblich Suchergebnisse von Google

    Bing analysiert angeblich das Surfverhalten von Internetnutzern, um zu erkennen, welche Websites nach einer Suchanfrage bei Google besucht werden. Diese Signale führen dazu, dass Bing indirekt einige Suchergebnisse von Google übernimmt.

    Bing (Logo)

    Im Sommer 2009 wurde Microsofts neue Suchmaschine Bing veröffentlicht. Microsofts jüngster Anlauf wurde durchwegs positiv aufgenommen. Manche attestieren Bing sogar eine bessere Trefferqualität und die Marktanteile steigen ebenfalls.

    Doch Bing könnte sich seine Erfolge auch mit fragwürdigen oder gar unlauteren Methoden erarbeitet haben. Wie Search Engine Land in einem ausführliche Bericht darlegt, hat ein Team von Google schlüssige Beweise gefunden, dass Bing zumindest einen Teil seiner Ergebnisse von Google abgeschaut hat.

    Bing kopiert dabei nicht direkt aus den Google-SERPs, sondern geht etwas geschickter vor. Bing soll demnach auf Daten von Toolbars oder Browser-Plugins zurückgreifen, welche (konform mit den Datenschutz-Einstellungen) die URLs von besuchten Webseiten an Microsoft-Server senden. Der Clickstream wird dabei analysiert, um herauszufinden, welche Webseiten nach der Betrachtung einer Suchanfrage angeklickt werden.

    Google kam zu diesem Ergebnis nachdem einige unbedeutende Suchanfragen künstlich manipuliert wurden. Bing hat nach einiger Zeit einen Teil der vollkommen willkürlichen Resultate übernommen. Microsoft selbst bestreitet die Vorwürfe gar nicht, und bestätigt sogar, dass eine Clickstream-Analyse vorgenommen wird:

    As you might imagine, we use multiple signals and approaches when we think about ranking, but like the rest of the players in this industry, we’re not going to go deep and detailed in how we do it. Clearly, the overarching goal is to do a better job determining the intent of the search, so we can guess at the best and most relevant answer to a given query.
    Opt-in programs like the [Bing] toolbar help us with clickstream data, one of many input signals we and other search engines use to help rank sites. This “Google experiment” seems like a hack to confuse and manipulate some of these signals.

    Diese neuen Erkenntnisse werfen natürlich einige neue Fragen auf, insbesondere über die Legitimität der Vorgehensweise. Rein rechtlich kann Google möglicherweise gar nichts dagagen unternehmen, weil Bing ja nicht die Suchergebnisseiten kopiert sondern nur das Nutzerverhalten über Browser-Features beobachtet.

    In öffentlichen Diskussionen kann Google diese Vorgangsweise von Bing aber nutzen, um für das eigene Produkt zu werben. Zumindest der gute Ruf von Bing könnte unter dieser Entdeckung leiden. Dem Durchschnittsnutzer wird diese Affäre aber vermutlich relativ egal sein, signifikante Auswirkungen auf Marktanteile sind daher eher nicht zu erwarten.

    Artikel veröffentlicht von am 01. Februar 2011 |


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