• Weblog
  • Lexikon
  • Tools
  • Suche
  • Kontakt


  • Die Zukunft der SEO-Branche

    Neun Prognosen zur Zukunft der SEO-Branche. Über das veränderte Umfeld, die Rolle von Inhouse-SEOs, SEO-Agenturen und SEO-Tools in einem veränderten Umfeld sowie mögliche Ausbildungswege und Assets von SEO-Professionals.

    Die SEO-Branche ist noch eine relativ junge Branche und einem permanenten Wandel unterworfen. Das macht die Vorhersage von möglichen Veränderungen natürlich besonders interessant. Im Folgenden soll daher eine mögliche Zukunft der SEO-Branche skizziert werden – natürlich ohne Garantie dass irgendetwas davon wirklich so eintrifft. Es geht dabei nicht um einzelne SEO-Maßnahmen, sondern um die Arbeitsbedingungen und Arbeitsweise im Bereich SEO.

    • Steigender SEO-Bedarf:
      Die wirtschaftliche Bedeutung des Internets ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und wird auch weiterhin wachsen. Mit steigender Konkurrenz im Internet-Business wird auch der Bedarf an SEO-Dienstleistungen steigen, denn ohne Suchmaschinenoptimierung kann man kaum noch gegen optimierte Konkurrenz bestehen.
    • Frei zugängliches SEO-Wissen:
      Hinter Suchmaschinenoptimierung verbergen sich schon lange keine Geheimnisse mehr. Das gesamte SEO-Basiswissen ist in gut aufbereiteten im Internet und in Büchern nachzulesen. Nachdem immer mehr Wissen öffentlich publiziert wird, reduziert sich der Wissensvorsprung von SEO-Professionals auf SEO-Interessierten. Zudem beginnen sich immer mehr einfache Website-Betreiber für das Thema Suchmaschinenoptimierung zu interessieren. Um sich von engagierten „Hobby-SEOs“ abzusetzen wird folglich mehr Aufwand notwendig sein.
    • SEO out oft he box:
      Bei derzeitigen großen Content Management Systemen, Foren, Shop-Systemen und sonstiger Website-Software gibt es bereits zahlreiche Plugins (wie etwa wpSEO für Wordpress), um diese schnell zu optimieren. Es ist jedoch anzunehmen, dass wir derzeit die letzte CMS -Generation sehen, die eine nachträgliche Optimierung notwendig hat. In Zukunft wird (insbesondere kommerzielle) Website-Software schon von den Entwicklern optimiert werden müssen um im Wettbewerb zu bestehen. Komplizierte Anpassungen werden endgültig passé sein, SEO „out oft he box“ ist die Zukunft. Explizites SEO-Wissen ist nicht mehr notwendig um eine ordentliche Grundlage zu haben, SEO-Professionals können bei der Onpage-Optimierung immer weniger Vorteile herausholen.
    • Inhouse-SEO:
      SEO-Knowhow wird zunehmend internalisiert werden. Für Webunternehmen wird SEO eine Kernkompetenz, die zu bedeutend ist um sie an Agenturen auszulagern. Und bei Großunternehmen lohnt es sich aus Kostengründen nicht, eine externe Agentur zu beauftragen, wenn man ohnehin mehrere Professionals als Vollzeitbeschäftigte zur Betreuung der Website braucht. Hinzu kommen noch andere Gründe wie etwa die Betreuungsintensität bei SEO-Agenturen. Den Agenturen werden jene KMUs als Kunden erhalten bleiben, bei denen die Website nur einer von mehreren Marketingkanälen ist.
    • SEO-Tools:
      Mit einer steigenden Zahl an Inhouse-SEOs und „Selfmade“-SEOs wächst jedoch auch der Bedarf an SEO-Tools zur professionellen Analyse (große Agenturen haben zumeist eigene Lösungen aufgebaut). Das haben bereits zahlreiche Anbieter erkannt, die Anzahl der verfügbaren Tools ist in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen. Im deutschsprachigen Raum gibt es mit Searchmetrics, Sistrix, Seolytics und Xovi bereits vier große Anbieter, demnächst will auch noch ABAKUS mit dem SEO-Diver mitmischen. In Anbetracht des steigenden Bedarfs ist es durchaus vorstellbar, dass alle fünf Anbieter auf dem Markt überleben können.
    • Größere Perspektive:
      Professionelle Suchmaschinenoptimierung entwickelt sich weg von alleiniger Onpage-Optimierung und Linkbuilding. Conversion-Optimierung und User Experience Optimierung (UXO) rücken zunehmend in den Fokus des Interesses (u.a. auch weil Google das Benutzerverhalten in das Ranking einbeziehen wird soweit dies möglich ist). SEO wird immer mehr als Teil des Gesamt-Marketingkonzepts gesehen; das Thema Suchmaschinen-Sichtbarkeit muss in der strategischen Planung eine Rolle spielen wenn die Website im Marketing eine bedeutende Rolle spielt. Zugleich wird SEO bereits beim Website-Engineering mitgeplant werden, also schon bei Entwicklern und Designern beginnen.
    • Ausbildungswege:
      Bei der Ausbildung sind keine großen Veränderungen zu erwarten, die Ausbildungswege werden weiterhin sehr unterschiedlich bleiben. In Frage kommen Ausbildungen in den Bereichen Mediendesign, Informatik und Wirtschaft (insbesondere Marketing und Operations Research). Stellenanzeigen für SEO-Professionals zeigen bereits jetzt, dass zunehmend eine abgeschlossene Hochschulbildung in diesen Bereichen gefordert wird. Die Alternative dazu wird bleiben, selbstständig mit eigenen Projekten zu arbeiten und überzeugende Erfolge vorzuweisen.
    • SEO-Agenturen:
      SEO-Agenturen wird es weiterhin geben, auch wenn einige der bisher größten Kunden eigene SEO-Abteilungen aufbauen werden. Eine zunehmende Spezialisierung der Agenturen als allgemeiner Trend ist - im Gegensatz zur Prognose von SEO-United - eher unwahrscheinlich. Größere SEO-Agenturen werden innerhalb der Agentur ihre Mitarbeiter auf bestimmte Themen spezialisieren lassen, aber die Agenturen werden dann in Summe das gesamte SEO-Spektrum abdecken. So wie es auch bei den großen Anwaltskanzleien ist – dort ist jeder Anwalt auf ein ganz bestimmtes Thema spezialisiert (hat zugleich auch fundierte Kenntnisse der angrenzenden Problematiken), kann aber bei anderen Themen jederzeit auf einen anderen Kollegen zurückgreifen. Nur für kleine Agenturen ist es erwägenswert, sich beispielsweise auf bestimmte Branchen oder Website-Typen (z.B. Shops) zu spezialisieren – eine Trennung nach Linkaufbau und Onpage-Optimierung scheint aber nicht besonders praktikabel, weil hier eine optimale Abstimmung für optimale Ergebnisse einfach notwendig ist. Consulting und Ausführung könnten getrennt werden, solange man für die Ausführung zuverlässige Kooperationspartner hat. Oder wenn die angebotene Dienstleistung die Schulung von SEOs bzw. der Aufbau von SEO-Abteilungen ist.
    • Assets von SEO-Professionals:
      Wie bereits erwähnt wird der Wissensunterschied zwischen SEO-Professionals und Hobby-SEOs geringer, Suchmaschinenoptimierung ist auf einem vernünftigen Niveau für jeden Interessierten und halbwegs intelligenten Website-Betreiber machbar. Das wichtigste Asset von SEO-Professionals wird nicht mehr das klassische SEO-Knowhow sein, sondern die aufgebauten Netzwerke. Sowohl persönliche Netzwerke als auch Linknetzwerke, die über Jahre gewachsen sind und von einem Einsteiger nicht einfach imitiert werden können.

    Wie eingangs erwähnt gibt es natürlich keine Garantie, dass alles wie vorhergesagt eintrifft. Gegenteilige Ansichten und eine Diskussion über die aufgestellten Hypothesen sind natürlich jederzeit willkommen - ganz egal ob als Kommentar oder als eigener Blogbeitrag.


    Weitere interessante Artikel zu ähnlichen Themen:

    Artikel veröffentlicht von am 31. März 2010 |


    Markus
    12. Oktober 2011 [#]
    Sehr interessanter und fundierter Artikel, besten Dank !
    Rob-sAv
    24. Januar 2012 [#]
    Muss ich dem Markus recht geben. Echt Klasse Artikel.
    Finde es auch super von Google, dass endlich UXO eingeführt wird so gut es halt geht. Die websites müßen einfach besser auf den Besucher abgestimmt werden.

    Kommentar verfassen

    Name (*)
    Homepage
    E-Mail
    Twitter-Name
    Sicherheitscode (*)
    Tippe den Stadtnamen Seattle ab.